20 November, 2019 Flurina Schnyder

„Büro im Abo” mit Florian Kosak von Unicorn Workspaces

Für den ersten Shared Office Space des Berliner Unternehmens Unicorn Workspaces in München koordinierte Crafty, gemeinsam mit dem Architekten Ralph Manthey, den Umbau. Wir trafen uns mit dem CEO und Co-Gründer Florian Kosak und sprachen mit ihm darüber, wie sein Einhorn den Arbeitsraum neu definiert.

Von der Idee zur Gründung – wie kam euer Unicorn zur Welt?

Unser Unicorn kam im Jahr 2015 in Form eines kleinen Coworking-Cafés in unmittelbarer Nähe zum Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte zur Welt. Die Idee hinter der ersten Eröffnung war für uns erstmal eine Art Experiment, mit dem wir herausfinden wollten, was für Wünsche und Erwartungen aktuell an einen Coworking-Space gestellt werden.

Unter dem Motto WORK – EAT – MEET haben wir nicht nur das Café, sondern auch eine weitere Location in der Brunnenstraße, die neben einem Café mit Arbeitsplätzen, auch einen Event-Space hat, eröffnet. Unsere Vision war ein Coworking-Angebot zu schaffen, bei dem es nicht nur um den gemeinsamen Arbeitsraum geht. Stattdessen wollten wir diesen durch ein Café-Angebot mit gesundem Essen und hochwertigem Kaffee in Barista-Qualität bereichern und zudem durch Events eine Community aufbauen.

Nach und nach hat sich für uns herauskristallisiert, dass für unsere Besucher*innen doch vor allem das Arbeitserlebnis im Vordergrund steht. Dies haben wir zum Anlass genommen, uns neu zu strukturieren. Mit Blick auch auf die steigende Nachfrage an alternativen Bürokonzepten seitens (junger) Unternehmen und Startups haben wir uns neu erfunden. Unter der Vision von „Workspace as a Service” verstehen wir uns seit der Eröffnung unseres vierten Workspaces in den Berliner AEG-Höfen nicht mehr als Coworking-Café, sondern als Shared Office Anbieter, der das „Büro im Abo” anbietet. Es lassen sich in unseren Workspaces trotzdem weiterhin viele EAT und MEET-Elemente erkennen.



In ein paar Worten – Wie funktioniert das Prinzip von Unicorn Workspaces.

Unicorn Workspaces ist ein Shared Office Anbieter, der das „Büro im Abo” anbietet. Unser Angebot sind flexible Büros oder sogar ganze Headquarters, bei bester Preis-Leistung, persönlichem Service und effizienter Nachhaltigkeit, die monatlich mietbar sind. Wir bieten dabei ein Rundum-Paket an, denn wir stellen nicht nur die Büroräumlichkeiten zur Verfügung, sondern übernehmen das komplette Office-Management und haben viele weitere inkludierte Leistungen z.B. eine Barista-Kaffee-Flatrate. Hier fungieren die sogenannten Community Barista nicht nur als Kaffee-Expert*innen, sondern sind zugleich als Community Manager persönliche Ansprechpartner*innen für alle Anliegen der Coworker*innen. Unsere flexiblen und transparenten Mietbedingungen ermöglichen es Unternehmen, Büros dazu- oder abzubuchen und so in ihrem eigenen Tempo zu wachsen. Durch private Büroräumlichkeiten genießen Teams ausreichend Privatsphäre und können trotzdem Teil einer Community sein.Ich glaube schon, dass es mir das am Anfang leichter gemacht hat, weil ich wesentlich unvoreingenommener an die Sache rangehen konnte als jemand, der mit Tracht hier aufwächst und das Ganze sehr traditionell sieht.

Ihr grenzt euch ab zu „klassischen“ Coworking Spaces – Was macht eure Workspaces besonders?

Im Vergleich zu „klassischen” Coworking Spaces sprechen wir ganz klar eine andere Zielgruppe an. So richten sich diese vor allem an Freelancer*innen, während sich unser Workspace-Konzept vorrangig an (junge) Unternehmen, KMUs und wachsende Startups richtet. Außerdem setzen wir uns mit unserem nachhaltigen „Büro-im-Abo“-Konzept von anderen Workspace-Anbietern ab – vor allem was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht.



Wer mietet sich bei euch ein?

Die Mehrzahl unserer Kund*innen sind Unternehmen, sowohl Startups als auch Corporates, mit 30-40 Mitarbeiter*innen aus den verschiedensten Branchen, wie beispielsweise Agenturen oder Unternehmen aus der Tech- und IT-Szene. Da wir eine Vielzahl an verschiedenen Raumkonzepten anbieten, haben wir aber auch kleinere Teams als Mieter*innen und ganz selten einzelne Freelancer*innen.

Was macht euer Design aus und worauf achtet ihr bei der innenarchitektonischen Gestaltung eurer Workspaces?

Unsere Workspaces zeichnen sich durch ein wiedererkennbares minimalistisches-funktionales Design aus. Dabei gehen wir gerne auf die speziellen Wünsche unserer Kund*innen ein: Es ist möglich die Büros mit dem firmeninternen Corporate Design gestalten zu lassen und da wir unsere Tische in Kooperation mit einer lokalen Schreinerei herstellen lassen, sind hier auch Sonderanfertigungen möglich.



Wie läuft die Zusammenarbeit mit euren Dienstleistern und was ist euch da wichtig?

Egal ob in der Kommunikationsberatung oder im Bau: Wir versuchen stets unsere Partner und Dienstleister möglichst nah an unser Team zu binden. Dabei spielen Onbaordingprozesse und genaue regelmäßige Absprachen mit allen Beteiligten vor Ort eine große Rolle. Wir wollen wissen mit wem wir es zu tun haben und setzen auf langfristige Zusammenarbeit. Im Bau ist das beispielsweise gar nicht so einfach: Wenn wir Räumlichkeiten in einen unserer Workspaces umbauen, sind unterschiedlichste Gewerke gefragt. Oftmals in mehreren Locations gleichzeitig. Normalerweise müssten wir dafür viele verschiedene Betriebe oder einen Generalunternehmer engagieren, was die enge Bindung an das Team praktisch unmöglich macht. Man hat jedes Mal mit jemand anderem zu tun. Daher kam das Konzept von Crafty für uns wie gerufen. Wir haben überall einen Ansprechpartner, der als Bindeglied zwischen uns und seinen vorwiegend eigenen, fest angestellten Handwerker*innen sowie ausgewählten festen Partnern den Umbau für uns koordiniert.

Nachhaltigkeit – ein Thema, mit dem sich heute jede Branche auseinandersetzen muss: Was bedeutet das für euch?

Für uns ist Nachhaltigkeit ein sehr wichtiges Thema und hat für uns viele Gesichter. Wir setzen deshalb an diversen Punkten an, um noch nachhaltiger zu werden. Aktiv arbeiten wir gerade vor allem an unserer ökologischen Nachhaltigkeit und versuchen noch weitsichtiger und rücksichtsvoller mit Ressourcen umzugehen. Dabei setzen wir vor allem an den kleinen Dingen des Alltags an, die trotzdem einen großen Unterschied machen. Pappbecher gibt es bei uns nicht. Stattdessen bieten wir unsere eigenen wiederverwendbaren To-Go Becher an, um hier eine der häufigsten Plastikmüll-Quellen zu vermeiden. Im Bezug auf Kaffee fällt mir noch ein, dass wir diesen von einer Berliner Kaffeemanufaktur beziehen, welche direct-trade Kaffee in Bio-Qualität anbietet und sich sogar ihre Handelspartner*innen eigens aussucht. Zu unserem Angebot gehört auch ein hauseigenes Catering. Hier setzen wir im Sinne der Nachhaltigkeit vor allem auf regionale und saisonale Zutaten in Bio-Qualität.



Auch bereits beim Umbau und bei der Einrichtung unserer Workspaces agieren wir so nachhaltig wie möglich. Deshalb arbeiten wir mit Architekten und Handwerksunternehmen wie Crafty zusammen, die unsere nachhaltige Denk- und Arbeitsweise teilen. Gemeinsam versuchen wir möglichst einfache und ressourcenschonende Lösungen zu finden. So kommen unsere Schreibtische aus lokalen nachhaltigen Schreinereien, die Maler verwenden ökologische Wandfarben und wir beziehen in all unseren Workspaces Öko-Strom.

Wir arbeiten also schon an verschiedenen Stellen, um Unicorn noch nachhaltiger zu machen. Um Startups mit gleicher Vision zu motivieren, haben wir außerdem ein Gründer*innen-Stipendium entworfen, bei dem Startups mit sozialer und/ oder nachhaltiger Orientierung drei Monate lang ein kostenloses Büro in einem unserer Spaces und einen anschließenden 50% Rabatt für den 4.-6. Monat erhalten können.

Ihr seid bereits in Berlin, Köln, Hamburg, München, Potsdam und sogar Lissabon. Wo soll es als nächstes hingehen?

Für das nächste Jahr können wir bereits die Eröffnung von weiteren Berliner Locations bestätigen, auf die wir uns sehr freuen. Ansonsten zieht es uns in den nächsten Jahren vor allem erst einmal in den DACH-Raum.



Abgesehen von räumlicher Expansion, was sind eure Pläne für die Zukunft?

An erster Stelle steht für uns auch weiterhin ein bezahlbares Angebot in einer nachhaltigen und modernen Arbeitsumgebung zu schaffen, bei dem persönlicher kundenzentrierter Service stets im Mittelpunkt steht. Zukünftig möchten wir dabei vor allem noch stärker an unserer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie arbeiten sowie eine globale Unicorn-Community aufbauen. Wir möchten, wie in unserem Unicorn Village, in jeder Location mehr als nur Arbeitsplatz sein und stattdessen Communities schaffen, in denen eigene (nachhaltige) Projekte angegangen werden, die auch die Nachbarschaften inkludieren.

Fotos: Unicorn Workspaces

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